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Shalom aus dem sonnigen Israel - Gesine berichtet - Der deutsche Kibbutz
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Shalom aus dem sonnigen Israel – Gesine berichtet

Mittlerweile bin ich nun schon über einen Monat hier und habe mich bereits größtenteils eingelebt. Der Arbeitsalltag, die dazugehörigen Aufgaben und der Tagesablauf beziehungsweise Wochenablauf werden normal und somit wundere ich mich kurz nach dem Aufwachen mittlerweile nicht mehr wo ich bin. Doch zu dem Alltag hier werde ich an anderer Stelle mehr berichten, denn natürlich verbringe ich die Zeit nicht nur hier in Kfar Rafael, sondern will auch möglichst viel außerhalb erleben, sehen, schmecken, hören, riechen und entdecken.

 

So hat es mich an meinem ersten freien Tag gleich nach Tel Aviv-Jaffa verschlagen, wo ich gemeinsam mit der kanadischen Freiwilligen Isabella einen kleinen Teil der Stadt erkundet habe. Angereist sind wir mit dem Bus und so war es unser Plan etwa 11 Uhr in Tel Aviv anzukommen, da wir aber länger als gedacht im Stau standen, wurde es dann erst gegen 12 Uhr. Der Busbahnhof in Tel Aviv ist ziemlich riesig, ich glaube er erstreckt sich über 6 oder 7 Etagen in die Höhe. Im Inneren befindet sich dann eine Mischung aus Mall und Markt, man kann praktisch alles von Klamotten über Lebensmittel bis Technik kaufen. Vom dort aus sind wir noch mal mit dem Stadtbus weitergefahren bis wir in Jaffa waren. Die Gebäude hier sind größtenteils noch alt, mit schönen Gewölben und Steinwänden. Es ist zwar recht ruhig auf den Straßen, doch trotzdem sieht man in nahezu jeder Straße Leute im Café sitzen oder gemütlich durch die Straßen bummeln. Unser erstes Ziel war der Flohmarkt „Suq HaPishpeshim“, den es seit dem 19. Jahrhundert geben soll. Mithilfe von Google Maps und einem offenen Auge haben wir den Markt dann schließlich gefunden und erkundet

 

Leider fiel der Markt viel kleiner aus, als wir uns es vorgestellt hatten, nichts desto trotz haben wir viele verschiedene Waren, größtenteils Klamotten und Essen, sowie Technik gesehen und viel Zeit auf dem Markt verbracht. Natürlich gab es auch recht viel „Ramsch“, also Artikel die man eigentlich überall finden kann, auch im Internet und die nicht mehr als zwei, drei Euro kosten dürfen und nichts gemeinsam mit traditionellem Handwerk haben. Diese Artikel kann man aber auch gekonnt ignorieren und sich auf die schönen und vielfältigen anderen Dinge einlassen. Dann sind wir noch etwas weiter durch Jaffa geschlendert, haben die kleinen und auch etwas größeren Gassen, mit ihrem besonderen Flair, ihrer Ruhe, aber auch ihrem Leben auf uns wirken lassen. So sind wir auch an der großen Moschee vorbeigelaufen, die wir allerdings nicht von innen besichtigt haben, wir wollten lieber noch mehr von Tel Aviv sehen, außerdem wären wir auch gar nicht angemessen bekleidet gewesen.

 

Schließlich sind wir zum wunderschönen Strand gelaufen und haben zum ersten Mal die Skyline von Tel Aviv gesehen. Diese ist ziemlich beeindruckend, da sie kontrastreicher kaum sein könnte: Links stehen riesige, moderne Hochhäuser, Handelszentren und Hotels, wenn man seinen Blick nach links schweifen lässt werden die Häuser flacher, älter und somit auch verfallener. Links sieht man also das moderne und westlich geprägt Tel Aviv und links das eher mittelalterlich wirkende Jaffa, allerdings bleibt auch hier nicht die Zeit stehen und Jaffa wird immer beliebter als hippe Wohngegend: Gentrifizierung bleibt also auch hier nicht aus.

 

So sind wir also von Jaffa Richtung Tel Aviv an der Strandpromenade entlang flaniert, haben ein Eis gegessen und wurden dabei stets von der heißen, nahezu brennenden Sonne begleitet. Um dieser dann letztendlich zu entkommen, sind wir etwas weiter ins Stadtzentrum gefahren.

 

Dort waren wir in einer Buchhandlung, in der es gerade 50% Rabatt auf englische Bücher gab, so konnte sich Isabella gleich mal ein Buch kaufen, da ihre mitgebrachten Bücher langsam alle ausgelesen waren. Als nächstes waren wir in einer niedlichen, kleinen Secondhand-Buchhandlung, dort gab es aber leider nur Bücher auf Hebräisch, also konnten wir nichts verstehen und haben dementsprechend nichts gekauft. Dann „mussten“ wir auch noch in eine Mall gehen, da ich eine israelische Simkarte für mein Handy kaufen wollte und Isabella feste Schuhe zum Arbeiten brauchte. Ihr Koffer wurde nämlich auf der Hinreise gestohlen und so muss sie jetzt alles nach und nach ersetzen, in dieser Hinsicht habe ich als Glück gehabt. In der Mall geb es wie zu erwarten die gleichen Geschäfte wie überall: Zara, H&M, Adidas, Nike und Mango findet man halt immer, egal wo man sich gerade auf der Welt befindet. Trotzdem haben wir auch ein kleines Geschäft gefunden, dass in Israel hergestellte Teller, Schüsseln, Decken und ähnliches verkauft hat. Dann haben wir den Tag am Strand ausklingen lassen und sind nicht allzu spät nach Beer Scheva zurück gekehrt, da wir beide ungern nachts in diesem noch recht neuen und anderen Land unterwegs sein wollten. Das Nachtleben von Tel Aviv habe ich also noch nicht kennen gelernt, was aber nur einer von vielen Gründen ist, warum ich diese Stadt auf jeden Fall noch mal besuchen werde.

 

An meinem zweiten freien Tag ging es dann nach Jerusalem, ebenfalls wieder mit Isabella. Dieses Mal sind wir auch etwas eher gestartet, damit wir schon am zeitigen Vormittag in Jerusalem ankommen würden. Ebenso wie in Tel Aviv war hier unser erstes Ziel ein Markt, diese Mal mit dem Namen „Mahane-Yehuda“. Dieser Markt war echt sehr groß und auch hier gab es eine breite Produktpalette. Frisches Obst und gepresste Säfte, frisches Brot, riesige Säcke gefüllt mit Gewürzen, lange Flatterhosen, Fleisch und Fisch, Tee und Kaffee, T-Shirts und Technik, alles wild durcheinander gewürfelt. Allerdings war hier der Anteil von Ständen mit Lebensmitteln wesentlich höher und dadurch wurde man an jeder Ecke des Marktes mit einem neuen, leckeren Geruch begrüßt. Von dort aus sind wir mit einem kleinen Umweg über einen Kunstladen zum Jaffa-Gate gelaufen. Dadurch kam es, dass wir etwa 500m vor dem Jaffa-Gate durch eine sehr westliche und gehobene Einkaufspassage gelaufen sind, in der alles penibel sauber und ordentlich war, so war der Kontrast zur Jerusalemer Altstadt noch viel größer. Denn nachdem wir das Gate passiert hatten tauchten wir erneut ein in einen riesigen Markt, voller Menschen, Händlern die ihre Ware lauthals anpreisen und engen Gassen. So sind wir zuerst vom christlichen Viertel ins arabische beziehungsweise muslimische Viertel gelaufen, leider war der östliche Teil der Altstadt für Touristen gesperrt, also konnten wir uns den Tempelberg und die Klagemauer nicht anschauen. Deshalb haben wir entschieden, dass wir stattdessen noch ein bisschen weiter durch die Altstadt schlendern, das jüdische Viertel zu erkunden, in dem man noch mehr orthodoxe Juden sieht als in der restlichen Altstadt, sowie uns ebenso das armenische Viertel an zu schauen. Dann kam es zu einer netten Begegnung, denn ein Jerusalemer hat uns einen Geheimtip gegeben: Wenn wir diese Treppe hoch steigen, dann sind wir auf den Dächern einiger Häuser und können so den Blick über die ganze Jerusalemer Altstadt genießen. Empfohlen, getan, genossen. Der Blick über Jerusalem war in der Tat sehr schön und beeindruckend, da man all die alten und religiösen Häuser von oben betrachten konnte.

 

Allerdings ist es uns dort oben schnell zu heiß geworden, deshalb sind wir recht bald wieder hinab gestiegen, um in den schattigen Gassen nach einer bezahlbaren Flasche Wasser zu suchen. Im ersten Laden hatten wir Pech, denn eine 0,5l Wasserflasche kostete umgerechnet 3,50€. So sind wir schnell ein paar Gassen abseits der großen Touristenmeile auf die Suche gegangen und haben 1,5l für 1,50€ gefunden. Dieser Unterscheid war schon ziemlich schockierend viel, aber auch hier wird, wie ja so ziemlich überall, der Tourismus voll genutzt. Zum Ende unseres Ausflugs sind wir ganz gemütlich die Jaffa-Road entlang gewandert, hier fährt die einzige Straßenbahnlinie Jerusalems entlang und am Straßenrand tummeln sich verschiedene Cafés und Restaurants, Obst -und Gemüsehändler, Händler, wie ich sie mittlerweile von den Märkten kenne und ebenso Geschäfte, die es überall gibt.

 

Insgesamt habe ich meine ersten beiden freien Tage also gut genutzt und gleich mal zwei recht bekannte Städte und damit klassische Reiseziele besucht. Der Kontrast zwischen den Städten ist mindestens genauso groß, wie der Kontrast innerhalb beider Städte. Durch beide Kurztrips wurde aber gleichermaßen meine Reiselust geweckt, sodass ich jetzt schon immer fleißig am überlegen bin, wohin ich als nächstes möchte. Nichtsdestotrotz möchte ich beide Städte aber unbedingt noch mehr als einmal besuchen, da es noch so viel mehr zu entdecken gibt.

 

Jetzt steht aber erst einmal die Zeit der Feste bevor, so werden wir die kommenden Tage Rosh Hashanah feiern und etwas später auch noch Jom Kippur. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was ich erleben werde und hoffe, dass ich schlussendlich auch spannendes berichten kann….

 

Eure Gesine

Gesine Adam
Gesine Adam