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Helden auf dem Platz - Der deutsche Kibbutz
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Helden auf dem Platz

Fußball verbindet die Menschen, und das seitdem der Ball rollt. Stimmt? Nicht immer und überall – und ganz besonders nicht nach 1933. Rund 20 000 Sportler wurden bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs von den deutschen Sportvereinen ausgeschlossen und durften ihre Karrieren nicht fortsetzen.

Elf Fußballer, Trainer und Funktionäre, die in Deutschland eigentlich eine große Karriere vor sich gehabt hätten, wurden jetzt für eine neue Ausstellung herausgestellt. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, da lebensgroße Aufsteller auf dem beliebten Habima Platz in Tel Aviv aufgebaut wurden. Die schwarz-weiß Bilder fügen sich sonderbar unrealistisch in den Platz ein, der vom Habima Theater und dem Konzerthaus flankiert wird und auf dem Kinder mit ihren Bällen selber gerne kicken.

Der Titel der Ausstellung ‚Im Schatten des Hakenkreuzes‘ passt zu dieser Woche, in der in Israel dem Holocaust gedacht wird. Denn auch die Sportler seien „Herausgeschrieben und ausradiert“, sagt Lorenz Pfeiffer der Leibniz-Universität in Hannover, der die Ausstellung maßgeblich betreut hat.

Die Auswahl der Biografien fiel auf den Fußballpionier und Gründer der Sportzeitschrift „Der Kicker“, Walther Bensemann, den Fußballnationalspieler Gottfried Fuchs, Julius Hirsch, Simon Leiserowitsch, Max Salomon, Bernhard Grünfeld, Paul Mahrer, Trainer Fritz Kerr (Stuttgarter Kickers) und Jenö Konrad (1. FC Nürnberg) und den Präsidenten des FC Bayern München, Kurt Landauer. Mit Emanuel ‚Eddy‘ Schaffer wird in der Ausstellung der erfolgreichste Fußballnationaltrainer Israels vorgestellt. Seine Ehefrau ist an diesem Abend dabei.

Eddy wurde später Israels erfolgreichster Nationaltrainer. Mit deutscher (oder wie es hier genannt wird, Jecke-artiger) Ernsthaftigkeit fing er an, die Mannschaft zu drillen. Eine Anekdote ist dabei besonders bekannt. Als er ankündigt, dass ab jetzt drei Mal trainiert wird, fragen die Spieler „An welchen Tagen?“, worauf Eddy antwortet: „Dreimal jeden Tag.“

Die Ausstellung soll auch nach Haifa und Beer Sheva gebracht werden und anschließend in Deutschland als Wanderausstellung die Aufmerksamkeit auf die Helden auf dem Platz lenken.

Jennifer Bligh
Jennifer Bligh