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Süßes Saxophon - Red Sea Jazz Festival - Der deutsche Kibbutz
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Süßes Saxophon – Red Sea Jazz Festival

Eilat ist eine merkwürdige Stadt, nicht schön, aber ich fahre trotzdem immer wieder hin.

Dabei fühlt man sich eigentlich von der falschen Stadt willkommen geheißen, wenn man nach der langen Fahrt auf der Route 90 durch die Wüste in Eilat ankommt – optisch fängt das jordanische Aquaba auf der linken Seite der Schnellstrasse nämlich etwas vor Eilat an.

Eilat, und das kann man wirklich so einfach sagen, liegt rechts von der Straße und geht geradeaus bis zum Strand. Etwas weiter südlich ist Ägypten, links auf der anderen Seite Saudi-Arabien. Die Grenzen des südlichsten Zipfel Israels sind für Neuankömmlinge gar nicht so einfach auszumachen – die vier Länder haben wie Badegäste ihre Handtücher rund um das Rote Meer ausgebreitet.

Zwei Mal pro Jahr bietet Eilat ein richtig gutes Jazz Festival und an diesem Wochenende war es wieder soweit! Zum 6. Mal waren die Bronzefiguren am Stadteingang nicht die einzigen, die Saxofon, Piano und Schlagzeug bespielten. Aus Deutschland kam das herausragende a-capella Sextett Slix angereist. „Das war mein Highlight“, sagt die deutsche Barbara, die in Eilat lebt.

Aus der Slovakei waren ‚PaCoRa‘, aus Cuba Alfredo Rodriguez (Piano) und aus Israel beispielsweise Akkordeonspieler Uri Sharlin und Grammy Award Träger Ruslan Sirota.

„Obwohl die Musik ziemlich viel Tempo hatte, waren alle Klänge klar und rein“, beschreibt Sam B. aus Tel Aviv die Show von PaCoRa. „Das Pianosolo hat mich sehr berührt und als das Schlagzeug dazukam, rundete es das Spiel ab und das Publikum war völlig von den Socken“, erzählt der begeisterte Jazzfan, der extra von Tel Aviv nach Eilat geflogen ist.

Insgesamt leben 60.000 Menschen in Eilat – aber nicht permanent, die Touristenhochburg bietet vielen Teilzeit-Israelis ein zweites Heim, was das städtische Flair, um es elegant zu beschreiben, etwas begrenzt. Ganze Wohnhäuser pflanzen sich verschlossen wie moderne Dornröschen-Paläste vor Besuchern auf. Eine andere, fragewürdige Bau-Ansiedlung sind die hässlichen Hochhäuser, die Ankommenden von der Ovda-Strasse den Blick zum Roten Meer versperren. Die Sicht aus den Wohnungen ist mit Sicherheit grandios, doch wer auf der Bergkuppe mit der Wüste im Rücken auf das Meer sehen will, muss zwischen den Wohnblöcken hindurch schielen.

Es ist ein gutes Beispiel: Eilat ist weder für besonders interessante Architektur bekannt, noch für eine ausgefeilte Städteplanung. Aber das Rote Meer, die Berge und die Mentalität der Eilatis machen viel wett. Gründe, sich in der Wüstenstadt niederzulassen, gibt es also – allerdings offenbaren die sich aber wohl erst auf den zweiten Blick.

An diesem Jazzwochenende lasse ich sowohl die Architektur, als auch die Skyline der Hotels im wahrsten Sinne des Wortes einfach hinter mir liegen und verliere mich lieber in der Musik.

Mein persönlicher Höhepunkt ist der New Yorker Saxophonspieler Jacques Schwarz-Bart und das Vodoo Jazz Trio. Als ‚Brother Jacques‘ habe ich ihn seitdem bei Soundcloud quasi auf Dauerwiederholung.

Viel Spaß beim süßen Saxofon

wünscht euch

Jennifer

Jennifer Bligh
Jennifer Bligh