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Toda = Danke => Todanke - Der deutsche Kibbutz
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Toda = Danke => Todanke

Ein halbes Jahrhundert diplomatische Beziehungen zwischen zwei Ländern werden in diesem Jahr begangen – das klingt so trocken und staubig wie die Negev Wüste im August. Doch Israel und Deutschland sind natürlich nicht irgendwelche Länder – und die Art, wie dieses halbe Jahrhundert Annäherung gefeiert wird, ist so bunt wie ein Regenbogen über dem See Genezareth.

Jugendliche aus Deutschland kommen ans berühmte Weizmann Institut in Rehovot, um zu hören, wie wichtig die mathematisch-naturwissenschaflichen Fächer sind, es gibt einen Austausch zwischen den Rettungsschwimmern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Deutschland und israelischen Rettungsschwimmern, gemeinsame Theaterprojekte wie ‚Love hurts‘, deutsch-israelische Tanzprojekte, ein offizielles Training von 100 Bundeswehrsoldaten in Israel im kommenden Oktober – und natürlich auch Ausstellungen, Politikerbesuche, Diskussionen,  Konferenzen – GerMANIA wohin das Auge blickt.

Und nun?

Das Fazit des vergangenen halben Jahrhunderts wird von allen Seiten beleuchtet. Und nun? Der deutsch-israelische Journalist Gil Yaron hat jetzt im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem die Frage gestellt, was denn in den nächsten 50 Jahren passieren wird. Dafür hat er sich den ehemaligen deutschen Botschafter in Israel Dr. Dr. Harald Kindermann, den ehemaliger Leiter der Public Affairs der israelischen Botschaft in Berlin, Tal Gat, und die Kommunikationsexpertin Melody Sucharewitz ans Mikrofon geholt. Nur  – so richtig weiß das natürlich auch keiner und die Zauberkugel blieb eher dunkel.

Heute heißt’s ToDanke

Bleiben wir also eher in der Gegenwart: Die Tage feierte in Tel Aviv ein Typ mit einem schwarzen T-Shirt auf dem stand „This ain’t f*** Berlin“. Der wurde so oft angesprochen und fotografiert, dass es auf eine Marktlücke hinweisen könnte. Aber es zeigt auch, welche Rolle Berlin in Israel inzwischen spielt. Die Stadt wird ohnehin fast mit Deutschland gleichgesetzt (wehe man kommt nicht aus Berlin, dann wird man mit einer Mischung aus Beileid und Empörung angesehen und es wird gefragt, ob München denn wenigstens nahe dran ist). In Berlin leben über 20 000 Israelis und das neueste Trend-Wort ‚ToDanke‘ – eine Kombination aus dem hebräischen Wort für Danke ‚Toda‘ und ‚Danke‘ verbreitet sich gerade wie ein Lauffeuer in Israel. Überhaupt hört man in Israel zur Zeit so viel Deutsch, wie schon lange nicht mehr – Touristen, Austausche, Studenten und durch die 50-jährigen Beziehungen wird der Dialog noch erweitert. Übrigens gilt dies auch für das Ausland: In  Ländern, in denen Israel keine konsularische Vertretung hat, können sich Israelis an die deutsche Botschaft wenden – quasi als Vertreterbotschaft.

Dies wäre vor 50 Jahren vermutlich eher noch undenkbar gewesen. Wahrscheinlich genauso undenkbar wie eine ganz andere Art der Vertreterschaft: Ab 1. Oktober findet in Tel Aviv ein kleines Oktoberfest statt, mit Oktoberfestbier, Lebkuchenherzen und echten Brezn. Das lässt natürlich das Herz von einer Exilbayerin wie mir vor Freude hüpfen und laut ‚ToDanke‘ rufen.

Eure Jennifer

Jennifer Bligh
Jennifer Bligh