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Größtes internationales Convention Center im Nahen Osten eröffnet - Schritt für Schritt zum Boutique-Land - Der deutsche Kibbutz
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Größtes internationales Convention Center im Nahen Osten eröffnet – Schritt für Schritt zum Boutique-Land

Wenn das neue internationale Konferenz Zentrum bereits eröffnet hätte, dann wäre Bret Stephens wahrscheinlich schon etwas zufriedener gewesen. Der ehemalige Chefredakteur der Jerusalem Post und jetzige Redakteur des Wall Street Journals ist davon überzeugt, dass Israel zu einem Boutique-Land werden muss, um wirtschaftlich die nächste Stufe zu erklimmen. Die Tatsache, dass Tel Aviv als gar-nicht-so-heimliche Wirtschaftshauptstadt kein eigenes, modernes Konferenz Zentrum hatte, ist daher signifikant. Als Boutique-Land versteht Stephens kleine Länder, die sich durch exzellente Produkte und international bekannte Marken einen Namen machen. Israel hingegen hat davon erstaunlich wenig, trotz der weltweit zweitgrößten Start-Up-Gründungen, der israelischen „Chuzpa“ für neue Entwicklungen und einer relativ ausgefeilten Infrastruktur. Trotzdem: „Bislang wird hier aus dem Ausland weniger investiert als in Rumänien“, hob Stephens bei der israelischen Business Konferenz vor wenigen Wochen hervor. Seinem Vorschlag nach müsste das Motto sein: „Warum nicht das Beste?“ – und nichts weniger als das. Kein „je beseder“ (wird schon in Ordnung sein) und kein „leat leat“ (langsam langsam).

Stephens, der vier Jahre in Israel gelebt hat, empfahl neben einer Vereinfachung von Auslandsinvestitionen auch noch eine ganz andere Anpassung: Eine Portion Höflichkeit und Freundlichkeit den Investoren gegenüber könnte durchaus die eine oder andere Tür öffnen, die zu Tacheles Geschäften führt. „Macht es den Menschen, die investieren wollen, einfach. Die Ein- und Ausreise am Flughafen Ben Gurion ist kompliziert genug“, so der profilierte Wirtschaftsjournalist.

 

Zumindest ebnet das gerade neu eröffnete internationale Konferenz Zentrum (International Convention Center, ICC) mit dem Namen „Pavillon 2“ in Tel Aviv den Austausch auf dem Weg zum Boutique-Land: Mit 3000 qm2 Konferenzraum, 20 0000 qm2 Platz für Cafes, Restaurants, Hotel, Parkpläche und einem Baupreis von 59 Millionen US-Dollar ist es das größte Gebäude dieser Art im ganzen Nahen Osten.

 

Es war höchste Zeit für die Fertigstellung nach fünf Jahren Bauzeit. Zuvor wurde entweder im großen Stil im ICC Jerusalem getagt, oder bei kleineren Konferenzen in einem Hotel am Tel Aviver Strand. State-of-the-Art war das nicht. Nun wird neue „Pavillon 2“ Konferenzen, Modeschauen, internationale Wirtschaftstreffen, sogar Zirkusvorstellungen beherbergen. Parkplätze, Anbindung durch einen Bahnhof (Tel Aviv Universität) sowie etliche Buslinien, und immerhin der Ausblick auf die größte Grünfläche der Stadt, den Hajarkon Park, entschädigt für den fehlenden Meeresblick vom Tel Aviver Konferenz-Hotel.

 

Bei der Eröffnungsfeier staunten die Besucher, Anzugträger und cocktailbekleidete Damen bereits mit Kulleraugen: In der größten Halle war eine Achterbahn aufgebaut, Künstlerinnen mit Leuchtelementen turnten auf Gittern und Käfigen, die von der Decke hingen und die Band „Balkan Beat Box“ brachte auf einer Bühne mitten in der Halle gute Vibes in den neuen Ort.

 

Die Türen des „Pavillon 2“ sind jetzt geöffnet. Vielleicht kann Bret Stephens bei seinem nächsten Besuch bereits auf verbesserte Investitionszahlen eingehen. Und was die Freundlichkeit angeht, zumindest bei der Eröffnungsfeier wurde einem der Mantel mit einem Lächeln abgenommen – und wieder gegeben.

Jennifer Bligh
Jennifer Bligh